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Arbeitslosigkeit nochmals deutlich gesunken

Eingereicht on 30. November 2015 – 19:26

Jugendarbeitslosigkeit erreicht niedrigsten Stand in 2015: Die Arbeitslosigkeit ist in Düsseldorf im Zuge der auslaufenden Herbstbelebung erneut und stärker als im Landesdurchschnitt gesunken. Ende November waren insgesamt 26.248 Menschen arbeitslos gemeldet – 361 weniger als im Oktober und 432 weniger als im letzten Jahr. Das ist der niedrigste Stand in diesem Jahr. „Diese Entwicklung ist durchaus saisonüblich. Auch hat der Winter noch nicht eingesetzt. Dadurch konnten witterungsbedingte Freistellungen bisher verhindert werden“, kommentierte Roland Schüßler, Chef der Agentur für Arbeit Düsseldorf, die aktuellen Zahlen auf der Pressekonferenz. Er weist auf die Nutzung des Saison-Kurzarbeitergeldes in der kommenden Schlechtwetterzeit hin, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Auch die Jugendarbeitslosigkeit ist auf einen neuen Tiefstand gesunken. „Der Arbeitsmarkt bleibt auf Kurs und stärkt so den Konsum. Davon profitiert insbesondere der Einzelhandel. Allein bei den Verkaufsberufen haben wir derzeit über 400 offene Stellen. Auch die Betreuungs- und Integrationsaktivitäten für Flüchtlinge bilden sich jetzt auf dem Arbeitsmarkt ab. So werden aktuell rund 80 pädagogische Fachkräfte für die Betreuung und Leitung stationärer Wohngruppen und Übergangswohngruppen gesucht. Insgesamt geht jedoch die Nachfrage nach Arbeitskräften wie in jedem Jahr vor dem Jahresende leicht zurück“, so Schüßler.

Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren ist von Oktober auf November um 41 oder rund drei Prozent auf 1.371 Personen gesunken. Das ist der niedrigste Stand in diesem Jahr. Die Jugendarbeitslosigkeit lag damit auch unter dem Niveau von vor einem Jahr. Die aktuelle Arbeitslosenquote für junge Menschen liegt bei 5,2 Prozent und damit deutlich unter der allgemeinen Arbeitslosenquote von 8,2 Prozent. Seit August geht kontinuierlich die Arbeitslosigkeit bei jüngeren Menschen zurück. „Für einige endete mit dem Beginn der Berufsausbildung auch noch im November die Arbeitslosigkeit“, so Schüßler.

Aufgrund des Rückgangs der Arbeitslosigkeit ist die Arbeitslosenquote von 8,3 Prozent im Oktober auf jetzt 8,2 Prozent gesunken. Auch vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote 8,3 Prozent.

Monatlich weist die Bundesagentur für Arbeit die Unterbeschäftigung in verschiedenen Betrachtungen aus. Die gesamte Unterbeschäftigung, die auch die Entlastung durch die Arbeitsmarktpolitik umfasst, wird für den November auf 35.623 Personen berechnet. Das waren 60 weniger als im Oktober und 461 weniger als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigungsquote ist gegenüber dem Vorjahr von 11,0 Prozent auf jetzt 10,9 Prozent gesunken. Die Entlastungswirkung durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen war damit im November 2015 niedriger als vor einem Jahr.

Ende Oktober wurden 6.429 Menschen von der Arbeitsagentur betreut, 134 weniger als im Oktober. Die Zahl der Arbeitslosen, die vom Jobcenter Düsseldorf betreut wurden, ist um 227 auf 19.819 gesunken.

Im November wurden 1.747 neue offene Stellen für eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt gemeldet, 73 weniger als im Oktober – aber 187 mehr als vor einem Jahr. Am Monatsende standen noch 6.264 offene Stellen für eine Besetzung zur Verfügung. Gesucht werden alle Qualifikationen – vom Fachhelfer bis zur Führungskraft. Die Schwerpunkte lagen unverändert in den Berufsgruppen Hotel- und Gaststättenberufe, Verkaufsberufe, medizinische Gesundheitsberufe, Büroberufe, Verkehr- und Logistik, Berufe in Recht und Verwaltung, Berufe in Finanzdienstleistung, Rechnungswesen und Steuerberatung, Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe und Führer von Fahrzeug- und Transportgeräten. Drei von vier der neuen offenen Stellen wurden für unbefristete Tätigkeiten gemeldet. Der weitaus größte Teil aller Stellen waren Vollzeitstellen.

Der Arbeitsmarkt für Menschen mit Schwerbehinderung

Anteil der Beschäftigten mit Schwerbehinderung steigt.
Arbeitslosigkeit der Menschen mit Schwerbehinderung wächst dennoch weiter gegen den allgemeinen Trend am Arbeitsmarkt, aber weniger stark als im Vorjahr.

In Düsseldorf arbeiten über 15.000 Menschen mit Schwerbehinderung auf ganz normalen Arbeitsplätzen. Und ihr Anteil an allen Beschäftigten einschließlich Auszubildenden steigt. Die Besetzungsquote der Pflichtarbeitsplätze hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 % Prozentpunkte verbessert und entspricht dem NRW-Schnitt.

Insbesondere die Privatwirtschaft beschäftigt mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Handicap als noch vor einem Jahr. Bei öffentlichen Arbeitgebern sind aber insgesamt etwa doppelt so viele Menschen mit Handicap beschäftigt als bei privaten. Dies zeigt, dass Unternehmen vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung, des wachsenden Fachkräftebedarfs und des verstärkten Diversity Managements die Kompetenzen dieser Bewerbergruppe zunehmend nutzen.

Menschen mit Schwerbehinderung arbeiten in allen Branchen, was die ausgeprägte Diversität des Personenkreises hinsichtlich Qualifikation, Kenntnissen und Fähigkeiten widerspiegelt. Neben dem öffentlichen Dienst liegt ein Schwerpunkt im kaufmännischen Dienstleistungssektor (Finanzen, Versicherungen, Freiberufler, wissenschaftliche, technische und sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen). Aber auch im Gesundheits- und Sozialwesen (wie zum Beispiel Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeheime und Kinderbetreuungseinrichtungen) arbeiten in Düsseldorf über 1.000 Menschen mit Schwerbehinderung. Knapp die Hälfte der beschäftigten Schwerbehinderten ist über 55 Jahre alt.

Im kaufmännischen Sektor lassen niedrige Beschäftigtenquoten und viele unbesetzte Pflichtplätze auf vergleichsweise gute Integrationschancen schließen. Andererseits werden Zuwächse zum Teil durch hohe Qualifikationsanforderungen an die Arbeitskräfte begrenzt. Insgesamt sind in Düsseldorf trotz der positiven Entwicklung noch fast 5.700 Pflichtplätze für die Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung unbesetzt.

Im November waren 1.904 Menschen mit Schwerbehinderung in Düsseldorf arbeitslos gemeldet, 70 mehr als vor einem Jahr (plus 3,8 Prozent). Im Vorjahr war noch ein Anstieg um 6,4% (plus 110 Arbeitslose) zu verzeichnen.

Von den arbeitslosen Menschen mit Handicap haben 716 eine betriebliche oder schulische Ausbildung absolviert, 121 besitzen einen akademischen Abschluss.

Aktuell nutzen 153 junge Menschen mit Schwerbehinderung das Angebot der Berufsberatung und Ausbildungsvermittlung durch Berufsberater der Agentur für Arbeit Düsseldorf, die auf die Beratung von Menschen mit Behinderung spezialisiert sind.